Affirmationen – wirken sie wirklich?

In der esoterischen Szene sind sie bekannt und beliebt – Affirmationen. Inzwischen werden sie sogar aufgeteilt in positive, negative und neutrale Affirmationen. Vielfach werden sie als Allheilmittel für alle möglichen Probleme angepriesen. Doch häufig zeigen sie keine Wirkung: das gewünschte Ergebnis bleibt aus. Dann kommt Frust auf und der Gedanke „bringt ja sowieso nichts“ macht jeglichen weiteren Versuch zunichte. Aber was genau sind eigentlich Affirmationen, was sollen sie bewirken und wie gehe ich damit um?

Klarheit gewinnen

Um überhaupt mal eine richtige Vorstellung von diesem zunächst ganz neutralen Fremdwort zu gewinnen, habe ich im Wörterbuch nachgeschlagen. Also, eine Affirmation ist schlichtweg eine Bejahung, Bekräftigung. Einige Wörterbücher geben als gleichbedeutend auch „Bestärkung, Zustimmung“ an. Klingt alles schön und positiv, nicht wahr?

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Der Haken an der Geschichte ist, dass wir im Grunde ständig affirmieren, meist ohne es zu merken. Nehmen wir an, Du hast in der Fahrschule mehrere Anläufe gebraucht, rückwärts einzuparken oder überhaupt die Fahrprüfung zu bestehen. Du fühlst Dich sowieso schon schlecht und dein Fahrlehrer lässt einige unpassende Worte fallen. Freunde sagen, ach komm, stell Dich nicht so an, das ist doch ganz einfach! Je nachdem, wie Du gepolt bist, nimmst Du Dir das zu Herzen und Dein Unterbewusstsein macht daraus: „Dazu bin ich zu dämlich. Das schaffe ich nie.“ Zack, da hast Du Deine Bejahung = Affirmation. Wenn Du nun nicht durch ständiges bewusstes Üben gegenteilige Erfahrungen machst (dass Du es eben DOCH schaffst), bleibst Du womöglich Dein Leben lang davon überzeugt, und weil Du es dann irgendwann gar nicht mehr versuchst (klappt ja sowieso nicht), hat sich Deine Bejahung = Affirmation bestätigt. Beweis erbracht. Na Prost!

Gefühle sind mächtiger

Ich kenne Menschen, die versuchen es diesen Monat mit jener Affirmation, im nächsten Monat mit einer anderen, im übernächsten Monat wechseln sie wieder. Und jedesmal sind sie enttäuscht, wenn es wieder nicht klappt. Tja, das Unterbewusstsein lässt sich so leicht nicht überlisten. Was sich über Jahre oder Jahrzehnte aufgebaut hat, lässt sich mit Affirmationen nicht so schnell aufheben. Dazu braucht es Zeit, Geduld und Disziplin, vor allem aber das Gefühl.

Gefühle sind mächtiger als alle Gedanken. Auch unser Unterbewusstsein funktioniert hauptsächlich über Gefühle. Wenn eine bewusste gewählte und ausgesprochene Affirmation nicht mit dem entsprechenden Gefühl einhergeht, dann wird unser Unterbewusstsein sie nicht annehmen, und es ändert sich nichts. Was Gregg Braden in seinem Buch „Die göttliche Matrix“ über Gebet schreibt, gilt auch für Affirmationen:

Es geht weniger um die Worte, mit denen wir beten, als um das Gefühl, das sie in uns erzeugen. Gefühle sprechen zu den Quantenkräften unseres Universums. Gefühle sind die Sprache des göttlichen Urgrunds.

Was Edgar Cayce sagte

Richtig angewendet sind Affirmationen etwas Wunderbares. Edgar Cayce nannte über 100 Affirmationen für Menschen, die Hilfe für ihren Körper, Geist oder ihre Seele suchten.

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Den Readings zufolge ist eine Affirmation ein Ideal, strukturiert in einer wirksamen, suggestiven Aussage. Edgar wies uns an, die Affirmation laut oder leise zu sprechen und dabei in die Bedeutung der Worte hineinzuspüren, sie uns sehr bewusst zu machen. Wir sollen sie in einer positiven, erwartungsfreudigen Haltung aussprechen, bis unser ganzes Wesen, körperlich, geistig, seelisch, von ihrer Bedeutung positiv erfüllt ist. Die Affirmation soll mehrmals am Tag drei bis fünf Mal wiederholt werden.

Eine meiner eigenen Affirmationen lautet: „Ich bin unendlich gesegnet“. Immer, wenn ich sie spreche, versetze ich mich in das Gefühl, was es heißt, unendlich gesegnet zu sein. Was bedeutet es für mich? Wie zeigt sich dieser Segen? Wie fühle ich mich, wenn ich unendlich gesegnet bin? Wenn ich mit offenen Augen in mein Umfeld schaue, dann spüre ich, wie sehr ich tatsächlich gesegnet bin. Dieses Gefühl verstärkt sich, und dieses verstärkte Gefühl zieht noch mehr Segen an. Unser Unterbewusstsein sucht immer nach Beweisen. Deshalb ist das Gefühl, das Gespür so wichtig. Positive Gefühle lassen uns Positives denken und vor allem sehen. Dies gibt unserem Unterbewusstsein die Beweise, die es fordert.

(Achtung: Einfach nur „positiv denken“ bringt nichts!)

Was sagte Edgar noch? Hochinteressant finde ich den zutiefst spirituellen Aspekt. Edgar erklärte klipp und klar, dass Vertrauen in die Schöpferische Kraft beim Affirmieren extrem wichtig ist. Das heißt, wir sollen nicht ständig fragen, zweifeln und unruhig auf sofortige Ergebnisse warten. Wirksam allein ist, wenn wir die Macht der Affirmation im Geiste spüren – und sie dann freigeben. Warum das? Weil die „unsichtbaren Kräfte“ machtvoller sind als die sichtbaren und auf spezielle Weise wirken. Die schöpferische (unsichtbare) Kraft wirkt am besten, wenn wir unser ganzes Vertrauen in sie setzen, wenn wir ihr unseren Glauben zeigen, indem wir ihr gestatten, auf wundersame Art durch unseren Körper, unseren Geist, unser Herz und unser Leben zu wirken. Edgar erklärte, der Geist der Geduld, Erwartungsfreudigkeit und Zufriedenheit sei fruchtbarer Boden, aus dem heraus die schöpferische Kraft ihre Wunder wirken kann.

Der heilige Ort in uns

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In den Readings wies Edgar auch immer darauf hin, wie wichtig es ist, dass wir uns regelmäßig zurückziehen und in die Stille gehen, zur Ruhe kommen. Dann können wir uns sehr viel stärker auf die Wirkkraft von Affirmationen einlassen. Er sprach von dem heiligen Ort in uns, wo wir der schöpferischen Kraft (Gott) begegnen, und aus dem heraus wir in unseren Beziehungen zu anderen und bei unserer Arbeit wirken sollen. Zu diesem heiligen Ort kommen wir im Schlaf, im Gebet, in der Meditation, aber auch in Augenblicken der Besinnung und Stille.

Affirmationen für die Meditation

Edgar nannte inspirierende Affirmationen für die Meditation und gab auch wunderbare Tipps, damit sie am besten wirken. Versuch doch einfach mal mehrere Monate oder ein halbes Jahr lang diese:

Affirmation: „Lass Deine heilende Kraft durch mich und in mein Leben fließen.“

In der Meditation:

  • Denk darüber nach, was die Worte der Affirmation bedeuten.
  • Je länger Du über ihre Bedeutung nachdenkst, desto stärker fühlst Du, was sie bedeuten.
  • Wenn Du dieses Gefühl über die Affirmation beibehältst, verschiebt sich Dein Gewahrsein und Du erfährst sie.

Wenn Du feststellst, dass Dein Geist abgeschweift ist, kehre liebevoll zu Punkt 1 zurück und beginne erneut.

Hab Geduld mit Dir. Hab Geduld mit der Schöpferkraft. Sei lieb zu Dir. Du bist wundervoll! Mit der richtigen Einstellung kannst Du alles schaffen, was Du Dir vornimmst, denn Du bist göttlichen Ursprungs!

Nachtrag

Design: Carina Leithold

Mir selbst habe ich das wieder einmal bewiesen. Seit Jahren plane ich, eine Leseprobe des Buches der Universellen Gesetze auf Video zu sprechen und zu veröffentlichen. Mehrere Anläufe schlugen fehl. Da gab es immer noch alte Muster und Glaubenssätze, die mich hinderten. Letztes Jahr begann ich mit Selbstwert zu spielen. Und in der letzten Woche ging es plötzlich wie geschmiert! Mit der Webcam am Computer erstellte ich innerhalb kürzester Zeit ein Video mit ausgewählten Texten aus dem Buch. Seit Mittwoch ist es online. Nein, es ist nicht perfekt, ja, ich habe mich ab und zu verlesen. Na und? Weitere Projekte werden besser (oder anders, je nachdem). Ich habe nicht nachgelassen. Und ich habe erkannt:

Es kommt alles zur rechten Zeit.
Gib Dir Zeit. Vertraue. Hab Geduld und bleib dran.

Von Herzen wünsche ich Dir alles Gute!
Deine Stefanie

1 Kommentar zu „Affirmationen – wirken sie wirklich?“

  1. Liebe Britta, oooh, herzlichen Dank für Deine lieben Worte! Sie berühren mich sehr und geben mir Kraft, weiterzumachen und besser zu werden.
    Auch Dir alles Gute und Liebe!
    Stefanie

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