Authentizität und viele Emotionen

Kennst Du das auch? Diese innere Erschöpfung, die sich breit macht, wenn Du ein Projekt, in das Du Dein ganzes Herz gesteckt hast, weitgehend abgeschlossen hast und weißt, dass der eigentliche Weg, das Bekanntmachen, noch vor Dir liegt? So ist es im Moment bei mir.

Alles ganz anders

Eigentlich war alles ganz anders geplant. Anfang des Jahres beschloss ich, das englische Büchlein „The Christmas Story As Told by Edgar Cayce“ zu übersetzen. Höchstens drei Monate hatte ich dafür eingeplant, inklusive Korrekturlesen, Satz und Druck. Die Aquarelle dazu sollte meine Schwester Barbara Maria malen. Das englische Buch selbst ist eine ganz nette Wiedergabe der wesentlichen Readings, in denen es um die Geburt des Messias geht. Doch nach der Übersetzung war ich unzufrieden. Ich konnte erst gar nicht definieren, warum. Doch irgendwas stimmte nicht.

Meine Schwester brachte es auf den Punkt: trocken, langweilig, langatmig. Sachlich halt, ganz im Stil der Readings. Außerdem springt der Autor in der Wiedergabe der Geschehnisse hin und her, sodass man manchmal ganz verwirrt ist. Auf jeden Fall nichts für gemütliche Abende zum Lesen unter dem Weihnachtsbaum.

Und damit begann die eigentliche Arbeit. Ich beschloss, auf der Grundlage der Readings eine lebendig erzählte Geschichte zu schreiben und die Menschen, die darin vorkommen, für sich sprechen zu lassen. Meine Leser sollten ein wenig eintauchen in die Atmosphäre der damaligen Zeit. Ich wollte sie teilhaben lassen an den Gedanken und Gefühlen der Menschen. Da ich ja selbständig bin, kam es immer wieder zu Unterbrechungen. So zog sich das Schreiben hin, und erst knapp vor der Buchmesse konnte das Buch in den Satz und Druck gehen.

Eine enge Vertraute

Natürlich basiert diese Weihnachtsgeschichte auf den Readings von Edgar Cayce und der Bibel. Doch da es ja eine wahre Geschichte ist, eine Erzählung über echte Menschen und Ereignisse, sind darin auch viele Emotionen verwoben, die sich in Gedanken und direkter Rede der von mir beschriebenen Personen äußern. Und um diese Gefühle wirklich authentisch rüberzubringen, habe ich versucht, mich tief in diese Menschen hineinzufühlen, und bin dabei oft an meine eigenen emotionalen Grenzen gekommen.

So ist diese Erzählung eng verknüpft mit vielen Abenden der Meditation, des Lauschens, des Horchens – und der Inspirationen. Ich wurde zur engen Vertrauten der Hauptpersonen. Ich freute mich mit ihnen, litt mit ihnen und weinte mit ihnen, und sie schenkten mir Einblicke in ihr Inneres.

© dampoint – Fotolia.com

Wenn Du das Buch liest – es wurde Mitte Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und ist jetzt bei der Auslieferung und im Buchhandel erhältlich – also wenn Du das Buch liest, dann gewinnst Du auch Einblick in mein Herz, meine Seele und meinen Glauben. Mit dieser Geschichte gebe ich meinen Lesern ein Stück von meinem Inneren, von mir selbst preis, und als mir das klar wurde, kam erstmal Angst hoch.

Keine Maske mehr

Mir wurde aber auch bewusst, dass ich mich und meine Überzeugungen, meinen Glauben, nicht mehr verstecken möchte. Ich bin, was ich bin. Ich möchte keine Maske mehr tragen. Bestimmt werde ich mich noch öfter dabei ertappen, dass ich eine Maske aufsetze. Aber ich kann sie ja jederzeit wieder absetzen, nicht wahr? Mir ist es wichtig, dass ich authentisch lebe. Seit Jahren strebe ich danach, doch erst in den letzten Monaten habe ich das Gefühl, einen Durchbruch erreicht zu haben. Es wird noch ein wenig dauern, alles, was das mit sich bringt, voll zu erfassen. Aber ich bin auf einem guten Weg.

Eine Liebesbeziehung

Dieses Buch ist ein Tribut, ein Dank an meinen Abba, meinen Schöpfer, der mich bis in die tiefsten Falten meiner Seele kennt und unendlich liebt. Es ist mein Geschenk an alle Menschen, die ebenfalls ihren Schöpfer und seine Liebe zu jedem einzelnen von ihnen erkennen möchten. Was da vor 2000 Jahren geschehen ist, kann mit dem endlichen Verstand nur oberflächlich erfasst werden. Vor 2000 Jahren geschehen? Den linearen Zeitablauf gibt es nicht, wie die Quantenphysik lehrt und Edgar Cayce in seinen Readings öfter betont hat:

„Alle Zeit ist eine Zeit – siehst du? Das ist eine Tatsache – siehst du? Aller Raum ist ein Raum – siehst du? Eine weitere Tatsache. Alle Zahlen sind eine Zahl – siehst du?“ (Reading 294-45)

Deshalb ist das Geschehnis der Menschwerdung von Jeshua Ha Mashiach (Jesus dem Messias)  heute noch so aktuell wie damals. Deshalb war es schon vor Urzeiten von großer Relevanz. Immer wieder fasziniert mich diese Aussage aus Reading 262-103:

Denn es gab niemals eine Zeit, in der es keinen Christus und kein Weihnachten gab.

Das müssen wir nicht verstehen. Aber wenn wir diese Tatsache in unser Herz einziehen lassen, dann erkennen wir mit der Zeit, dass das Christentum jenseits von jeglicher eingrenzender Religion eine innige Liebesbeziehung ist, und es basiert darauf, dass unser Schöpfer, unser Abba, uns zuerst geliebt hat.

Viele verbinden mit Christentum Kirche und Religion. Löse Dich von dieser Vorstellung, sie grenzt Dich nur ein. Wenn Du Dich von diesen Fesseln befreist, kannst Du die wahre Frohe Botschaft entdecken.

Auch um die Bibel gibt es viele Kontroversen. Aber die Bibel ist weder ein Märchenbuch noch ein Geschichtsbuch. Wenn wir sie mit dem Herzen statt mit dem Kopf lesen, können wir darin Gottes Botschaft für uns entdecken, und diese Botschaft ist gegründet auf wahre, unendliche Liebe.

In die Welt hinaustragen

Nun, die Weihnachtsgeschichte nach den Readings von Edgar Cayce ist jetzt gedruckt und bereit, in die Welt hinausgetragen zu werden. In harmonischem Zusammenspiel mit 10 wunderschönen, zutiefst spirituellen Aquarellen soll sie Groß und Klein erfreuen, inspirieren und für Gottes Liebe begeistern, und das nicht nur zu Weihnachten. Sie entführt ihre Leser auf eine Reise in das Israel der Wende zum Fische-Zeitalter und erzählt ihnen viele Einzelheiten zu den Ereignissen rund um die Geburt von Jesus dem Christus. Du lernst Maria, Josef und die vielen Menschen besser kennen, die ihre Erlebnisse prägten. Du begleitest Enosch, Judith, Apsafar, Sara, Sodafe und Marias beste Freundin Josi auf dem Weg von den Vorbereitungen auf die Geburt von Jesus bis zur Heimkehr aus Ägypten.

Keine Mission

Denk bitte nicht, dass ich Dich in irgendeiner Weise missionieren möchte. Alles, was ich veröffentliche – dieses Buch, meine Internetseiten, meine Blog-Artikel, die anderen Bücher – ist ein Angebot. Sie alle finden ihren Weg zu den Menschen, die dafür offen und bereit sind. Die Menschen, die es nicht sind, kreuzen diesen Weg vielleicht und verwerfen ihn, und das ist auch völlig in Ordnung. Wir alle folgen unserem ganz individuellen Pfad.

Von Herzen wünsche ich Dir eine gute Zeit!
Stefanie

Foto: Henny Jahn

2 Kommentare zu „Authentizität und viele Emotionen“

  1. „Kennst Du das auch? Diese innere Erschöpfung, die sich breit macht, wenn Du ein Projekt, in das Du Dein ganzes Herz gesteckt hast, weitgehend abgeschlossen hast und weißt, dass der eigentliche Weg, das Bekanntmachen, noch vor Dir liegt? So ist es im Moment bei mir.“

    Als ich diese Zeilen las, musste ich schmunzeln – ging es mir doch ähnlich. Habe ich doch seit Anfang des Jahres einen Großteil meiner Energie in ein Buchprojekt gesteckt, in das ich wirklich mein ganzes Herz gesteckt habe, und als es endlich fertig wurde und der ausgemachte Erscheinungstermin endlich näher rückte (es hätte im November erscheinen sollen) fühlte ich mich ziemlich erschöpft, freute mich aber trotzdem auf das Bekanntmachen, was ich im Vorhinein allerdings schon begonnen hatte. Leider hat sich mein Verleger dann mittlerweile von dem Subjekt des Buches distanziert und mir einige Dinge auferlegt, die ich nicht mittragen konnte. Naja, langer Rede, kurzer Sinn: Ich sah mich gezwungen, das Projekt platzen zu lassen, so dass meine innerliche Erschöpfung noch größer wurde, da ich das Buch nun höchstwahrscheinlich per POD herausgeben muss und so die Aufgabe des Bekanntmachens eine sehr große sein wird – ich hoffe, ich finde meine Energie dazu wieder. Dies alles kam mir hoch, als ich Deine Zeilen oben las, liebe Stefanie…

    1. Oje, das tut mir Leid, Roland! Die Aufgabe des Bekanntmachens ist in der Tat groß, vor allem, wenn Du so wie ich einen eigenen Verlag mit ein paar Büchern hast und keinen Mitarbeiter, der Dir hilft … aber ich bin ganz sicher, dass Du die Aufgabe bewältigen wirst und natürlich auch die Energie dazu finden wirst. Wenn Du Dein ganzes Herz hineingesteckt hast, geht es gar nicht anders, und die Welt wird sich freuen. Ich habe in diesem Jahr gelernt, dass wirklich alles zur rechten Zeit kommt. Das passt unserem Ego gar nicht in den Kram, denn wir sind ja Machertypen. Aber wenn wir die Ruhe annehmen, die in dieser kleinen Lernaufgabe steckt, dann können wir sehr viel gelassener an viele Dinge herangehen. Alles Gute Dir!

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