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Das Werk

Das Werk von Edgar Cayce ist sehr umfangreich. Cayce gilt als der bestdokumentierte Seher des 20. Jahrhunderts, und von Anfang an wurden Aufzeichnungen seiner Trance-Vorträge gemacht. Viele gingen jedoch im Laufe der Zeit verloren, durch Nachlässigkeit, Feuer, wechselnde Stenografinnen und so weiter. Man schätzt, dass Edgar Cayce von 1901 bis 1944 etwa 30.000 Trance-Vorträge (später “Readings” genannt), gegeben hat.

Ausgezeichnet dokumentiert

Erst die 1923 fest eingestellte Sekretärin Gladys Davis gab dem Werk von Edgar Cayce Struktur und Format. Sie stenographierte alle Sitzungen, die Edgar Cayce gab, brachte die Aufzeichnungen ins Reine und numerierte sie. Alle Readings bekamen zweiteilige, fortlaufende Nummern. Der erste Teil bezeichnet die Person, die Gruppe oder das Thema, die/das Gegenstand des Readings war. Der zweite Teil gibt an, das wievielte Reading es zu der Person, Gruppe oder dem Thema ist. Dies erleichtert die Forschung enorm und sichert die Anonymität der Fragesteller.

1931 gründeten Edgar Cayce und einige seiner Freunde die Association for Research and Enlightenment, kurz A.R.E. genannt. Die A.R.E. soll die wissenschaftliche Erforschung des Werks von Edgar Cayce ermöglichen und erleichtern. Der Hauptsitz ist in Virginia Beach, Virginia, USA. Ihr angeschlossen ist die Edgar Cayce Foundation, in deren Archiven ungefähr 14.300 erhaltene Readings aufbewahrt sind. Die Readings sind bei der A.R.E. Press käuflich auf DVD erhältlich, Mitglieder der A.R.E. können sie online einsehen. Nur eine Handvoll ist bisher ins Deutsche übersetzt worden, siehe zum Beispiel Reading-Leseprobe.

Die Readings im Werk von Edgar Cayce

Der überwiegende Teil der Readings von Edgar Cayce wurde für Einzelpersonen gegeben. Ein kleiner Teil sind Serien, die für bestimmte Gruppen gedacht waren oder bestimmte Themen ansprachen. Da aber letztlich wohl alle Menschen (bewusst oder unbewusst) nach Erkenntnis und Erfüllung streben, lassen sich aus den meisten Readings allgemeingültige Aussagen herauslesen.

Oft sprach Edgar Cayce in den Readings sehr poetisch. So heißt es z.B. in Reading 294-206 über die Anfänge der Menschheit: „… als die Morgensterne sangen und die Söhne Gottes zusammenkamen, um die Ankunft des Menschen im materiellen Bewusstsein zu verkünden.“

Dies sollte bedacht werden, wenn man versucht, die Aussagen von Edgar Cayce in Trance wissenschaftlich, pragmatisch und logisch zu analysieren. Vielleicht erfordern die Readings einfach eine andere Herangehensweise, als viele von uns es gewohnt sind?

Themen der Readings im Werk von Edgar Cayce

Zwei Drittel der über 14.300 erhaltenen Reading-Niederschriften von Edgar Cayce handeln von gesundheitlichen Themen. Generell lässt sich der ganze Schatz in 6 Kategorien mit ca. 10.000 Unterthemen einordnen:

Kategorien

  1. Gesundheitliche Themen
  2. Spirituelles Wachstum, Meditation und Gebet
  3. Träume und Traumdeutung
  4. Außersinnliche Wahrnehmung und Phänomene des Geistes
  5. Einheit bzw. Einssein
  6. Philosophie und Reinkarnation

Kleine Themenwahl

  • Ganzheitliches Heilen
  • Gelebte Spiritualität
  • Meditation
  • Sinn des Lebens
  • Universelle Gesetze
  • Astrologie
  • Frühere Leben
  • Alte Zivilisationen
  • Atlantis
  • Weltgeschehen
  • uvm.

Prophezeiungen von Edgar Cayce

Meist wird Edgar Cayce auf seine so genannten Prophezeiungen reduziert, obwohl nicht einmal 1% der Readings in Absätzen Prophezeiungen verschiedenster Art enthalten. Trotzdem wird diesen die bei weitem größte Aufmerksamkeit geschenkt. Jedoch hat man erstaunlich wenig über den Geist nachgedacht, in dem sie gegeben wurden: nämlich, dass die Zukunft unbestimmt ist, weil nur die Menschheit – die, ähnlich wie Gott, erbaut und erschafft – letztendlich ihr eigenes Schicksal bestimmt. Dieser Aspekt aus dem Werk von Edgar Cayce wird gerne übersehen, ist jedoch immens wichtig, weil er uns an unsere eigene Verantwortung erinnert.

Unglaubliche Vielfalt im Werk von Edgar Cayce

Foto: Antalia-Fotolia

Aufgrund der Vielfältigkeit der Themen ist es nicht leicht, die gesamte, den Readings von Edgar Cayce innewohnende Philosophie zu erfassen. Kernpunkt ist jedoch, dass wir Menschen von Gott (oder wie auch immer man den Ursprung nennen mag) kommen und zu ihm zurückkehren.

Insgesamt kann man sagen, dass das ganze Universum unwandelbaren Gesetzen unterworfen ist. In den Readings von Edgar Cayce werden einige Gesetze genannt:

  • göttliches Gesetz
  • spirituelle Gesetze
  • Naturgesetze
  • Gesetz der Schöpferischen Kräfte

Die Universellen Gesetze

All diese Gesetze werden bei Edgar Cayce zusammenfassend häufig „universelle Gesetze“ genannt. Alle Prinzipien, die wir Menschen in die Gesetze der Mathematik, Biologie, die Newton’schen Gesetze usw. unterteilen, wurden vom Schöpfer festgelegt und werden ebenfalls zu den „universellen Gesetzen“ gezählt.

Im Rahmen dieser universellen Gesetze kann sich der Mensch entwickeln, bewegen, Entscheidungen treffen, Veränderungen bewirken. Wenn wir versuchen, eines dieser Gesetze zu umgehen, bewirkt dies, Zitat, „nur einen Aufschub der Umstände, denen man sich schließlich doch stellen muss.“ (3744-2).

An anderer Stelle erklärt Edgar Cayce: „’Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, deinem Verstand und deiner Seele, und deinen Nachbarn wie dich selbst.’ Denn dies ist das ganze Gesetz und der Rest ist nur eine Erklärung desselben.“ (3340-1)

Foto: yvart, Fotolia