Der schöpferische Einfluss

War das Wetter am Wochenende bei Euch auch so schön? So warm, so strahlender Sonnenschein, und die ganze Pracht des Gartens konnte sich entfalten. Ach, so ein Garten! Seit ich einen Garten habe, nehme ich den Frühling ganz anders wahr. Jeden Morgen, wenn ich aus dem Fenster sehe, entdecke ich etwas Neues und manchmal muss ich noch vor dem Frühstück hinaus, um eine Prise Genuß zu nehmen.

Die Narzissen sind schon verblüht, die Tulpen halten noch ein bisschen aus, ebenso wie die Traubenhyazinthen. Dafür erstrahlt das Vergissmeinnicht in ganzer Pracht, in den Beeten als Bodendecker, auf dem Rasen vereinzelt – es ist einfach nicht zu bändigen.

Vergissmeinnicht

Der Pflaumenbaum hat seine Blüte schon fast hinter sich, dafür streckt der Apfelbaum seine ausladenden, weiß gesäumten Äste bis weit in den Garten hinein. Wenn man darunter steht, ist der Duft betäubend und vom Balkon aus erscheint er als riesige weiße Schaumkrone mit grünen Stippsen. In der Dämmerung leuchten die weißen Blüten ganz hell und heben sich vom dunklen Rasen ab. Tränendes Herz, Ranunkelbüsche, von den Johannisbeersträuchern gar nicht zu reden!

Im Frühling, wenn die Natur sich nach einem langen Winter so reichlich offenbart, wird mir mehr als sonst bewusst, dass „der schöpferische Einfluss in jedem Kraut, Mineral, Gemüse oder jeder einzelnen Aktivität eben jene Kraft ist, die ihr Gott nennt – und [dass] sie nach Ausdruck sucht!“ (294-202) Und irgendwie spüre ich das – mehr als sonst – auch in mir. Alles wird offener, freier, sieht hoffnungsvoller aus. Geht es Euch auch so?

Äh, ach so, eigentlich wollte ich diesen Post noch einmal der Ernährung widmen, die ja zur ganzheitlichen Gesunderhaltung einen bedeutenden Beitrag leistet. Aber schließlich sind Begeisterung, Freude, Dankbarkeit und Genuss ja auch wichtig für die Gesundheit, oder?

Nochmal zu meinem Garten 😉 : Im letzten Jahr hatten wir Mutterboden anliefern lassen, waren aber nicht dazu gekommen, ihn zu verteilen. So liegt neben meinem Wohnzimmerfenster (noch) ein stattlicher brauner Hügel, in dem Leben aller Art einen ganzen Winter lang Zeit hatte, sich auf den Frühling vorzubereiten. Und jetzt „sucht es nach Ausdruck“ und der Boden zeigt, was er in sich hat: Er ist überwuchert mit allen möglichen Wildkräutern, Vogelmiere, Hirtentäschel, Gundermann und noch zahllosen anderen, die ich nicht kenne. Eine Freundin nennt ihn scherzhaft „deinen Kräutergarten“.

Mutterboen

In sauberen, ordentlichen Gärten als Unkraut verschrien und gnadenlos ausgerupft, sind sie eine leckere und gesunde Bereicherung des täglichen Speiseplans, fantastisch für Salate, Suppen und Kräuterquark geeignet. Vogelmiere zum Beispiel schmeckt ein bisschen wie junge Maiskolben und kann mit Stumpf und Stil gegessen werden. Sie regt den Stoffwechsel und die Verdauung an, und bereits 150 g enthalten den Tagesbedarf an Eisen und Kalium. Und wegen des Vitamin C-Gehalts wird das Eisen besonders gut vom Körper aufgenommen.

Hirtentäschel ist vor allem für seine blutstillende Wirkung bekannt. Als Tee hilft es bei zu starken Regelblutungen, reguliert aber auch den Blutdruck. Die herzförmigen Blätter haben einen ganz milden Geschmack und bereichern jeden Salat.

Gundermann schmeckt ebenfalls superlecker. Außerdem wirkt er entzündungshemmend, ist schleimlösend und besonders bei chronischem Schnupfen oder Husten gefragt. Viele weitere Infos findet Ihr hier.

Collage

Habt Ihr schon mal einen Wildkräutersalat gegessen? Am letzten Samstag habe ich mich daran versucht, und zwar: mit einer geriebenen Möhre, einer Handvoll Vogelmiere, einer Handvoll Gänseblümchen (super bei Frühjahrsmüdigkeit!), einer Handvoll Löwenzahn (Blätter und Blüte, gegen Blähungen) und einigen Bärlauchblättern. Außerdem kamen noch ein paar Luzernesprossen (Vitamin C) hinein, die ich ganz besonders gerne mag. Ein wenig Apfelessig, ein wenig natives Olivenöl, Kräutersalz und Pfeffer hinzugegeben – und fertig ist ein leckerer und gesunder Salat, der noch dazu kaum was gekostet hat!

Mir wird oft gesagt, dass gesundes Essen unmöglich lecker sein kann. Häufig ernte ich auch Unverständnis, wenn ich erzähle, dass ich mich bemühe, vollwertig zu essen. „Man muss sich doch auch mal was gönnen“, heißt es da. Nun, ich esse für mein Leben gern – meine Familie kann das bestätigen 😉 – ich genieße für mein Leben gern, und ich probiere für mein Leben gerne Neues aus. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber ich habe, seit ich meine Ernährung vor 15 Jahren nach den Cayce-Richtlinien umgestellt habe, nichts, aber auch gar nichts, entbehrt. Im Gegenteil: Ich fühle mich wohler und bin gesünder, leistungsfähiger und ausgeglichener als noch vor 15 Jahren.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nichts dogmatisiere? Ich esse ab und zu auch gerne Süßigkeiten, trinke mal ein Glas Wein, usw., aber eben alles in Maßen. Und ich höre auf zu essen, wenn ich satt bin – ganz wichtig! Für mich bedeutet Vollwerternährung nach Edgar Cayce nicht, zu verzichten, sondern bewusster mit Lebensmitteln und mir selber umzugehen.

In diesem Sinne – genießt die Frühlingszeit, genießt alles Gute, was sie uns schenkt, riecht und schmeckt und probiert sie – guten Appetit!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.