Sternenhimmel

Er kam, um zu sterben

23.12.2021 Er kam, um zu sterben – und zwar für uns. Vielen Christen ist vermutlich gar nicht bewusst, was da in der Nacht, als Jeshua geboren wurde, überhaupt passiert ist. Jenseits von Kitsch und fetten Engelchen, rührseligen Krippenszenen und all dem, mit dem Menschen versuchen, sich in die „richtige“ Weihnachtsstimmung zu bringen, hat sich etwas in der Geschichte der Menschheit Einmaliges ereignet. Es gibt ein schönes Weihnachtslied, in dem es unter anderem heißt:

Seht, vom engen Raum beschränket
liegt die Unermesslichkeit;
der die Ewigkeiten lenket,
ist geboren in der Zeit.

Welches Wunder reich an Segen
stellt uns dies Geheimnis dar!
Seht, der kann sich selbst nicht regen,
durch den alles ist und war.

Nein, keine Religion

Als ich den Artikel „Mein Geständnis“ veröffentlicht hatte, erreichte mich unter anderem ein Kommentar, in dem mir sinngemäß geraten wurde, ich solle nicht zu theologisch werden. Nun, mein Glaube hat mit Theologie nichts zu tun. Übrigens auch schon lange nichts mehr mit Religion. Es ist interessant, dass viele Menschen meinen, wenn man sich zur Bibel als dem Wort Gottes bekennt, sei man „religiös“. Religiöse Menschen sind nicht unbedingt gläubig, und gläubige Menschen nicht immer religiös.

Außerdem ist die Bibel nicht irgendein frommes Geschichtsbuch. Und auch keine Ansammlung von Märchen. Kaum eine Schriftensammlung, kompakt in einem Buch, wurde wohl so ausführlich und dauerhaft erforscht wie die Bibel. Regelmäßig bestätigen neu gefundene Schriftfragmente die Echtheit der Originaltexte, sowohl des Alten als auch des Neuen Testaments. Die Originaltexte wurden auf Hebräisch, Aramäisch und Griechisch verfasst. Und wenn man da eintaucht, dann tun sich Dinge auf, die man als einfacher Laie nicht für möglich gehalten hätte. Ich entdecke da zurzeit Sachen …

Naja. Auf jeden Fall: Wenn man die Bibel als das nimmt, was sie wirklich ist, nämlich als von Gott eingegebene Schrift, dann kann man nur staunen, wie präzise sich alles erfüllt hat und eindeutig bis in unsere Zeit hineinreicht. Wir Menschen in unserer überheblichen, verstandesbetonten Denkweise meinen, die Welt lenken zu können. Leider tun wir das sehr schlecht, weil wir nach menschlichen Maßstäben denken. Gott denkt anders.

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege nicht meine Wege“

heißt es in Jesaja 55,8. Weiter vorne steht in Jesaja 9,6:

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter“

Wahrscheinlich kannst du dir immer noch nicht recht vorstellen, worauf ich hinaus will und warum ich sage, dass das Christentum keine Religion ist, sondern eine Liebesbeziehung. Keine einzige der uns bekannten Religionen ist auf das ausgerichtet, was das Christentum zu bieten hat: Einen Gott, der die Menschen LIEBT! Und der einen Teil seines Seins dazu bestimmt hat, als Mensch mit Fleisch und Blut in ärmsten Verhältnissen auf diese Welt zu kommen, darin aufzuwachsen und zu lehren, um dann auf grausamste Weise zu sterben und sein Blut zu vergießen, damit wir nicht über all das Schlechte stolpern, in das uns unser freier Wille hineingebracht hat.

Gerechtigkeit und freier Wille

Verstehst du: Der, „durch den alles ist und war,“ „der die Ewigkeiten lenkt“, ist geboren – nur um zu sterben! Für uns! Jetzt sagst du: „Halt mal. Wenn Gott uns so liebt, warum lässt er dann all das Schlechte zu? Warum macht er dem Elend nicht ein Ende? Warum hat er nicht von Anfang an eingegriffen, als „der Mensch“ sich vom Bösen hat verführen lassen? Berechtigte Fragen, die aber zeigen, dass wir mit unserem endlichen menschlichen Verstand eben doch anders denken als Gott.

Als Gott den Menschen schuf, wollte er keine Marionetten. Deshalb haben wir den freien Willen. Und deshalb können wir uns auch von Gott abwenden. Edgar Cayce hat das immer wieder in seinen Readings deutlich gemacht. Gott ist Liebe, aber Gott ist auch Gerechtigkeit. Darum lässt er zu, was geschieht, wenn wir etwas verbockt haben. Er reißt uns da nicht raus, denn er wird nicht gegen unseren Willen handeln, und wenn wir ihn ablehnen oder außer Acht lassen – was leider selbst viele Christen tun – dann unterliegen wir dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Aber er hat uns einen Ausweg bereitet, und deswegen ist das Wort „Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14) und ist für uns gestorben. Lesen wir gemeinsam diese geheimnisvolle Bibelstelle:

Das Wort

„Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst. Von Anfang an war es bei Gott. Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstanden. In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht für alle Menschen. Es leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können. …

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,1-5 und 1,9-14)

„Allen, die ihn aufnahmen …“ – wer nimmt ihn auf? Es gäbe noch viel zu sagen, aber leider kann ich das alles hier nicht so ausführen. Ich möchte dich aber herzlich einladen, an den Feiertagen einmal – oder zweimal, dreimal! – über diese Bibelstelle zu meditieren. Was ist da eigentlich an Weihnachten geschehen? Jenseits von Kitsch und Religion hat sich etwas aufgetan, das mit dem Verstand nicht zu fassen ist. Entdecke diesen Schatz für dich! Dann wirst du feststellen, dass dich im Grunde der ganze Mist, der in der Welt los ist und so vielen Menschen entsetzliche Angst bereitet, gar nicht negativ berühren kann. Denn wenn wir nicht auf die Welt ausgerichtet sind, kann uns die Welt nichts. Mögest du erkennen, wo deine wahre Heimat ist.

Nun wünsche ich dir ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!
Herzlich grüßt dich
Stefanie

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