Erntedank

Am letzten Sonntag war ich in Berlin, um liebe Freunde aus dem Edgar-Cayce-Kreis wiederzusehen und neue Freunde kennen zu lernen. Nach einem leckeren Abendessen schauten wir uns Fotos an und dabei bekam ich dieses hier geschenkt:

ErntedankNoch während wir darüber sprachen, gingen mir unglaublich viele Gedanken durch den Kopf und es wurden immer mehr, je mehr ich von dem Bild erfuhr. Spontan entstand in mir der Wunsch, das Foto mit Euch zu teilen und Euch an meinen Nachdenkereien teilhaben zu lassen. Und vielleicht gelingt es Euch ja, einen roten Faden darin zu erkennen?

Die Fotografin nennt das Bild „Erntedank“. Ich finde das sehr passend, denn am letzten Sonntag beging Deutschland das Erntedankfest.

Die meisten werden davon nichts mitbekommen haben. Die Dankfeier für das Einholen der Ernte wird in Europa nur noch in den Kirchen begangen. Unsere Überflussgesellschaft scheint es nicht mehr nötig zu haben, Dank zu sagen für all das, was ihr tagtäglich geboten wird. Wer einen eigenen Garten hat und dort Gemüse und Obst anbaut, sieht das vielleicht etwas anders?

Natürlich dachte ich auch darüber nach, was Edgar Cayce über Erntedank gesagt haben könnte. Das amerikanische „Thanksgiving“ wird sehr festlich begangen und erinnert an die ersten Siedler, die oft Hunger litten. „Thanksgiving“ heißt „Danksagung“. Anlässlich eines Thanksgiving-Festes erklärte Edgar in Reading 3976-21: „Wie in der Tat gesagt werden kann – von all den Tagen, die der Mensch benannt hat, die dem Menschen am Herzen liegen, um ihm Gelegenheit für Gutes zu geben – sollte Thanksgiving wahrhaftig dem Herzen jener, die das Leben und seine Gelegenheiten in JEDER Erfahrung würdigen, am nächsten und liebsten sein!“

Schaut Euch das Bild noch einmal an! Seht Ihr solch außergewöhnlich geformte Gaben in den Lebensmittelgeschäften oder auf dem Markt? Höchstens am Biostand, denn, so unglaublich das klingt: Was Ihr auf dem Bild seht, ist Ausschussware des Landwirts. Es darf nicht in den konventionellen Handel, da es nicht den Vermarktungsnormen der EU entspricht. Warum ist die Banane nicht mehr krumm? Warum muss die Schlangengurke gerade sein? Warum muss der Apfel eine ganz bestimmte Größe haben? Ich bin doch sehr dankbar, dass diese Normen nicht für Biogemüse und -obst gelten. Bei meinem Lieblingsbauern habe ich schon viel Außergewöhnliches entdeckt und mich daran erfreut …

Doch Individualität und Außergewöhnliches sind bei den meisten Konsumenten nur in seltenen Fällen gefragt. Das gilt auf allen Ebenen und lässt sich durchaus auch auf viele andere Lebensbereiche anwenden, vor allem auf unser Erziehungssystem, wo einem Kind nur allzu leicht ADS angehängt wird, wenn es anders ist, als es nach Meinung der Erwachsenen zu sein hat. Dann wird mal schnell Ritalin verschrieben, was ein beschönigender Name für die Droge „Speed“ ist (Methylphenidat). Speed für Kinder – ärztlich verschrieben. Zwingen wir unsere Kinder auch in eine Norm – die Norm „willige Untertanen“?

„Haltet diesen Tag in Ehren, sagt Dank, auf eine solche Art und eine solche Weise, dass euer Bewusstsein erkennt: Was ihr als euren Gott anbetet, ist gewahr, dass IHR das LEBEN [in all seinen Ausdrucksformen] würdigt!“ (3976-21)

Jährlich landen bei uns viele Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Neulich las ich in einem Artikel des Online-Magazins Focus vom 13.03.2012: „Der Wert der vermeidbaren Lebensmittelabfälle wird pro Kopf auf jährlich 235 Euro geschätzt“. Das finde ich erschreckend. Jeden Tag sterben ca. 24.000 Menschen an Hunger oder seinen Folgen. Und ich musste mir vor einigen Tagen von einer Veganerin vorwerfen lassen, ich gäbe wohl nichts um Ethik und Moral, weil ich Milch trinke und Käse esse, wo die armen Kühe so leiden müssten …

Und dann stieß ich auf den folgenden Satz, über den ich mal besonders nachdenken muss:

„Betet, dass Frieden in den Verstand und die Herzen jener einziehen möge, die das Schicksal Vieler weltweit lenken. Denn sie sind NICHT aus sich selbst an der Macht, sondern damit IHR – auch ihr – die Lektion lernen mögt und danach strebt, den Willen eures Schöpfers zu TUN, und nicht das, was in direktem Gegensatz zum Lob eures Herrn, eures Gottes steht.“ (3976-21)

Was so ein Foto alles schafft …

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