Fasten – Freimachen für Neues

Den nachfolgenden Artikel hatte ich zu Beginn der Fastenzeit 2013 verfasst. Unglaublich- sechs Jahre ist es inzwischen her! Er soll den Auftakt einer Reihe von Artikeln in dieser Fastenzeit machen, deren Themen mir schon lange auf der Seele brennen. In den nächsten Wochen werde ich unter anderem über die vielen Gesichter der Wahrheit schreiben, über Fremdbestimmung und künstliche Intelligenz, über den derzeitigen Gender-Wahnsinn und die Tatsache, dass man von allen Seiten her versucht, uns den Persönlichkeitskern zu nehmen.

Klingt das interessant? Dann freu Dich auf die nächsten Wochen!

Fasten – Öffnen des Bewusstseins

Fastenzeiten sind alljährlich beliebte Anlässe, um mal den üblichen Trott zu verlassen, neue Wege zu gehen, das eigene Leben bewusst zu betrachten, über sich selbst und sein Verhalten nachzudenken oder auch, um, wie beim Heilfasten, den Körper mal ordentlich zu entschlacken. Viele von uns schränken sich freiwillig für eine bestimmte Zeit ein: Wir verzichten auf bestimmte Nahrungsmittel, auf Rauchen, Alkohol, Fernsehen usw. Damit beweisen wir uns, dass unser Geist stärker ist als unsere Instinkte oder körperlichen Begierden.

Wer es dann am Ende der festgesetzten Zeit „geschafft“ hat, spürt oft eine körperliche und geistige Erneuerung. Häufig merken wir, dass wir begonnen haben, unser Genuss- und Konsumverhalten zu hinterfragen, und ändern dauerhaft etwas.

Nicht nur körperlicher Verzicht

Die Botschaften in Edgars Readings gehen noch ein Stück weiter: Sie geben uns ein Konzept in die Hand, in dem sich der Begriff „Fasten“ nicht unbedingt nur auf körperlichen Verzicht bezieht, sondern vielmehr auf das Aufgeben eigener Vorstellungen, die Hingabe an das Göttliche in uns. Fast immer wird Fasten im gleichen Atemzug mit Gebet genannt. So wird in Reading 2739-2 gefragt:

„Wie kann man die richtige spirituelle Haltung bekommen?
(Antwort): Durch Fasten und Gebet.“

Aber was heißt das nun: „Fasten und Gebet“?

„Fasten bedeutet […], dass wir unsere eigenen Konzepte dessen, wie etwas oder was in dieser Zeit getan werden sollte, beiseite legen und den Geist führen lassen. Erkennt die Wahrheit des Fastens! […] Übertreibung bringt dem Selbst nur Scham, so wie alles, dem man sich übermäßig hingibt – doch wahres Fasten bedeutet, das Selbst so darzubringen: Ersetze ‚Ich würde dies gerne tun‘ durch ‚Wie du, Herr, es für richtig erachtest.‘“ (Reading 295-6)

© styleuneed – Fotolia.com

„Dein Körper ist tatsächlich der Tempel des lebendigen Gottes. Darin kannst du Ihm begegnen, im Gebet, in der Meditation, im Singen von Psalmen, ja, auch in den Aktivitäten des Fastens, aber nicht nur durch den Verzicht auf Essen, sondern auch durch das Öffnen des Verstandes, des Bewusstseins; dessen bewusst, was einfließen kann aus der Musik, aus dem Gebet; [bewusst] jener Einflüsse, die durch tiefe Meditation kommen. Diese kann dadurch erreicht werden, dass man regelmäßig das Selbst, die Stimmen oder die Geräusche der Natur ausschließt und der leisen kleinen Stimme im Inneren lauscht.“ (Reading 3630-2)

Fasten kann auch verstärkte Selbstbeobachtung, Selbstreflexion, Achtsamkeit bedeuten. Wir wissen selbst am besten, wie viel mentalen „Schmutz“ wir oft mit uns herumtragen. „Der ist blöd, die ist schuld, ich werde es nie schaffen, wie kann man nur so dumm sein, warum hat das immer noch nicht geklappt, muss der Rasenmäher des Nachbarn so laut sein, kann der nicht aufpassen, wo er hinläuft, ich bin nichts wert…“ und so weiter und so fort. Häufig sind wir uns solcher Gedanken nicht mal bewusst, und wenn, dann rechtfertigen wir das schon irgendwie. Was die „Denkhygiene“ angeht, so liegt bei uns oft vieles im Argen. Vielleicht wäre es mal angebracht, einen gründlichen „ganzheitlichen Hausputz“ vorzunehmen? Denn:

„Die Reinigung des Verstandes (Mind) ist Sache des Verstandes, nicht des Körpers. Denn wie der Meister sagte, nicht das, was in den Körper hineinkommt, verursacht Sünde, sondern das, was aus ihm herauskommt. Es ist das, was man mit einer Absicht tut, denn alle Dinge sind in sich rein und tragen zur Versorgung des Menschen, seines Körpers, Geistes und seiner Seele, bei; und denkt daran – diese müssen zusammenarbeiten!“ (Reading 5401-1)

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Letztlich geht es also wieder mal um Ganzheitlichkeit: Wir müssen in uns gehen, um der Göttlichkeit zu begegnen (Seele), unseren Geist dann auf das Göttliche einstimmen (Geist) und aus diesem Geist heraus handeln (Körper). Eine Fastenzeit ist ein schöner Anlass, um damit zu beginnen. Beenden wir unser Programm, wenn die Fastenzeit zu Ende ist, so haben wir eine lohnenswerte Erfahrung gemacht. Übernehmen wir es über die Fastenzeit hinaus in unseren Alltag, dann bewirken wir in uns eine langfristige positive Veränderung, und tragen – durch unser Denken und Tun – dazu bei, dass die Welt ein kleines bisschen schöner wird.

Hast Du Lust, es mal zu probieren?
Herzlich grüßt Dich
Stefanie

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