Im Hier und Jetzt

Den folgenden Artikel hatte ich letztes Jahr im Mai veröffentlicht. Zurzeit ist er wieder sehr aktuell für mich, da ich gerade „Jetzt – Die Kraft der Gegenwart“ von Eckhart Tolle lese. Vielleicht machen sich ja auch einige von Euch Gedanken über solche Dinge? Deshalb möchte ich ihn erneut posten und würde mich über Euer Feedback freuen!

Mal ganz ehrlich: Wie oft lebt Ihr im Jetzt? Ich meine, wie oft genießt Ihr den Augenblick, ohne an nachher oder vorhin, morgen oder gestern, nächstes Jahr oder letztes Jahr zu denken? Mir gelingt das leider nicht oft. Meine Gedanken schweifen zu viel ab, besonders zu Dingen, die mir unangenehm sind oder mich geärgert haben. Oft merke ich gar nicht, dass das Gedankenkarussell mal wieder endlos läuft.

Aber wenn es mir dann gelingt, es abzustellen, dann spüre ich ein solches Glücksgefühl, dass es fast weh tut. Das kann beim Paprikaschneiden sein oder beim Teetrinken, wenn ich auf dem Balkon welke Blüten abschneide oder in der Badewanne sitze. Dann wird mir ganz bewusst, ja wirklich, ganz bewusst, dass Jetzt … eben Jetzt ist. Es scheint, als ob ich das Jetzt beobachte – aber WER beobachtet, wenn ich nicht denke?

Und wenn ich mich beim Zähneputzen – im Jetzt – auf das Putzen konzentriere, purzeln die besten Ideen nur so aus mir heraus, sodass ich mit der Zahnbürste im Mund zum Schreibtisch rennen und sie aufschreiben muss, damit ich sie nicht vergesse. Ist bestimmt ein lustiger Anblick …

Manchmal passiert es mir auch, dass ich unwillkürlich innehalte und lausche. Mir scheint, ich kann dann gar nicht anders. Ich stehe da und horche in mich hinein. Und dann höre ich Geräusche außerhalb von mir, die ich sonst gar nicht oder nicht so intensiv wahrnehme. Geht es Euch auch manchmal so? Ich meine, wie oft hört Ihr wirklich bewusst das Zwitschern eines Vogels oder nehmt, mal ganz prosaisch, das leise brummende Geräusch des Kühlschranks wahr?

Inzwischen habe ich raus, dass ich meine Aufmerksamkeit tatsächlich ganz bewusst willentlich steuern kann. Ja, wirklich! Immer öfter wird es mir bewusst, dass die Gedanken „ganz woanders sind“, wie man so schön sagt. Dann sage ich „Stopp!“ und lenke meine Aufmerksamkeit auf das, was ich gerade tue. Und darauf konzentriere ich mich dann. Das klappt immer besser.

Mehr und mehr wird mir auch klar, was Edgar Cayce damit gemeint hat, als er in Reading 294-45 erklärte: „Alle Zeit ist eine Zeit – siehst du? Das ist eine Tatsache – siehst du? Aller Raum ist ein Raum – siehst du? Eine weitere Tatsache. Alle Zahlen sind eine Zahl – siehst du?“

Und 1931 sagte er in einem Vortrag: „Ich glaube, wir leben Jetzt in der Ewigkeit!“ Da steckt so viel drin, so viel …

Vor einiger Zeit habe ich einen schönen Spruch von Mikao Usui, dem Begründer von Usui Reiki Ryôhô, gefunden:

Bleibe am heutigen Tag mit deiner Aufmerksamkeit im jetzigen Augenblick:
1. Du ärgerst dich nicht
2. sorgst dich nicht
3. bist dankbar
4. bist aufrichtig in deinem Tun
5. bist mitfühlend mit dir selbst und mit anderen.

Diese Worte habe ich mir über meine Arbeitsplatte in der Küche gehängt, damit ich sie oft vor Augen habe.

Wäre das nicht mal ein witziges Spiel:
Wie oft schaffe ich es in dieser Woche, mit meiner Aufmerksamkeit im jetzigen Augenblick zu bleiben?
Schreibt mir, wie es Euch ergangen ist!

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