Biografie von Edgar Cayce

Kurze Biografie von Edgar Cayce
Geboren am 18. März 1877 um 15:03 Uhr Ortszeit in Beverly bei Hopkinsville in Kentucky, USA
Gestorben am 3. Januar 1945 um 19:15 Ortszeit in Virginia Beach, Virginia, USA

Edgar Caye, der Mensch

Dies ist eine kurze Biografie von Edgar Cayce, in der ich mit dir meine Gedanken und aufschlussreiche Details aus Edgar Cayces Leben teile. Wenn ich mir Fotos vom jungen Edgar Cayce anschaue, so fällt mir als Erstes sein gedankenvoller, etwas hochmütiger Gesichtsausdruck auf. Fast könnte ich glauben, dass Edgar Cayce hinter diesem Ausdruck seine Schüchternheit verbergen wollte (was ihm aber nicht gelang). Spätere Aufnahmen, vor allem aus den dreißiger und vierziger Jahren, zeigen einen selbstbewussten, beherrschten, dennoch entspannten Menschen. Ich meine aber, auch den leidenschaftlichen Menschen erblicken zu können, der sich hinter seinem bewusst ruhigen Auftreten verbarg.

Edgar Cayces Menschenliebe

Auf einigen Fotos nimmt mich Edgar Cayces offenes, warmherziges Lächeln gefangen, das oft zu einem herzhaften Lachen wurde. Er lachte gerne und fühlte sich in Gesellschaft anderer ausgesprochen wohl. Niemals wies er einen Besucher ab, mochte er noch so ungelegen kommen. Für jeden nahm Edgar Cayce sich Zeit, hatte ein offenes Ohr für seine Sorgen, bemühte sich, ihm zu helfen. Solche Besuche genoss er regelrecht. Übereinstimmend berichten Besucher, seine Menschenliebe sei fast mit der Hand greifbar gewesen. Einer seiner Mitarbeiter meinte sogar, er habe Menschen praktisch gesammelt und sich herzlich an ihnen erfreut.

Edgar Cayce war vielseitig begabt

Betrachtet man Edgar Cayces Lebens- und Leidensweg in dieser kurzen Biografie, so fällt auf, dass er ein wahrer Tausendsassa war. Er arbeitete in vielen verschiedenen Branchen und verfügte über zahlreiche außergewöhnliche Gaben. Nacheinander war Edgar Cayce in der Landwirtschaft, in diversen Buchgeschäften, als Schuhverkäufer, als Versicherungsvertreter und schließlich als Fotograf tätig, einem Beruf, in dem er sich künstlerisch besonders auszeichnete.

Der auf einem Bauernhof aufgewachsene Edgar blieb sein ganzes Leben lang der Natur eng verbunden. Er hatte den sprichwörtlichen grünen Daumen, und in seinem Garten in Virginia Beach grünte und blühte es mit wahrer Pracht.

Der jugendliche Edgar Cayce stellte bald fest, dass er nur auf seinen Büchern schlafen musste, um ihren gesamten Inhalt zu kennen und zu behalten. Dank seines fotografischen Gedächtnisses konnte er sich auch Jahre nach seiner Schulzeit noch an alle Inhalte genau erinnern!

Hopkinsville und Frauengeschichten

Als die Familie von Edgar Cayce in die nahe gelegene Stadt Hopkinsville zog, erwies er sich in seiner Stellung als Buchverkäufer als wahrer Verkaufsmagnet, der sich schnell an den gehobenen gesellschaftlichen Umgang gewöhnte. Sein Charme und seine Überzeugungskraft faszinierten seine spätere Frau Gertrude Cayce, in die er sich Hals über Kopf verliebte.

Nachdem Edgar Cayce seine Stelle im Buchgeschäft verloren hatte, arbeitete er zunächst als Schuhverkäufer, auch dies mit großem Erfolg. Da er jedoch lieber mit Büchern arbeitete, suchte und fand er eine Stelle bei einem großen Buchversand in der Großstadt. Er verblüffte seine Mitarbeiter damit, dass er den gesamten Katalog auswendig kannte. Kein Wunder – er hatte vorher darauf geschlafen!

In der Großstadt lernte er die reiche Erbin Margaret kennen und schätzen. Hier offenbarte sich eine Seite, die Gertrude Cayce noch oft Kummer bereiten sollte: Edgar Cayce übte auf Frauen eine starke Anziehungskraft aus. War es sein Charme, seine Zurückhaltung, seine ausgesuchte Höflichkeit?

Edgar Cayce, der Fotograf

Da er Gertrude treu bleiben wollte, hielt er es für besser, Margaret nicht wiederzusehen, und nahm eine Stelle als Versicherungsvertreter bei seinem Vater an, die ihm aber nicht gefiel. Trotzdem hatte er dank seiner großen Überzeugungskraft viel Erfolg. Nachdem er jedoch vor Überanstrengung zusammengebrochen war und aus diesem Grund viele Monate lang nur ein heiseres Flüstern herausbrachte, musste er sich nach einer anderen Stelle umschauen. Ein Bekannter bot ihm eine Lehrstelle als Fotograf an, wo er nicht viel sprechen musste. Obwohl Edgar Cayce zunächst nicht begeistert war, nahm er an und entwickelte sich zu einem echten Könner, der in Zukunft mehrere Auszeichnungen für seine Fotos erhalten sollte.

Anfang des 20. Jahrhunderts betrieb Edgar Cayce eigenverantwortlich mehrere Fotostudios in verschiedenen Städten und gewann überall Anerkennung. Er erfand sogar ein Gesellschaftsspiel, das ein großer Verkaufserfolg war (von dem er aber selbst nichts sah, da er versäumt hatte, sich das Urheberrecht zu sichern).

Foto: Christa Eder, Fotolia

Edgar Cayce, ein Mann Gottes

Wo die Familie Cayce auch hinkam, schloss sie sich der örtlichen Gemeinde ihrer Glaubensgemeinschaft an. Dort war Edgar Cayce immer hoch angesehen. Als Sonntagsschullehrer unterrichtete er stets eine Bibelklasse, die mancherorts so beliebt war, dass ihr auch Mitglieder anderer Gemeinschaften beitraten. Da Edgar Cayce die Bibel seit seiner Kindheit in- und auswendig kannte und sich immer für sie einsetzte, waren seine Vorträge so mitreißend und packend und seine Begeisterung für die Sache Gottes so offensichtlich, dass viele seiner Schüler später in die Mission gingen. Der überzeugte Christ bezeichnete sich am liebsten als „Mann Gottes“, und nie, auch nicht in seinen Trance-Botschaften, ließ er davon ab, die Bedeutung einer echten Beziehung zu unserem Schöpfer hervorzuheben.

Edgar Cayce - Riskante Abenteuer

In dem Maße jedoch, in dem Edgar Cayce seine außergewöhnlichste Gabe – die Fähigkeit, in Trance Menschen Hilfestellung zu geben – als Gottesgeschenk zu akzeptieren begann, wuchs auch sein Wunsch, den Menschen aktiv bei der Umsetzung seiner Ratschläge zu helfen. Um Geld für ein Krankenhaus aufzutreiben, fuhr er mit seinem Freund Dave Kahn nach Texas, um Öl zu suchen, gründete sogar, zusammen mit einigen Bekannten, eine Ölfirma. Da jedoch nicht alle am gleichen Strang zogen, fand die Unternehmung nach mehreren Jahren ein unrühmliches Ende. Öl wurde nicht gefunden.

Edgar Cayce, inzwischen besessen von der Idee des Krankenhauses, nahm die Einladung eines potenziellen Förderers an und strandete mit seiner Familie und der gerade neu eingestellten Sekretärin Gladys Davis im kalten Dayton, Ohio. Hier hielt er sich und seine Familie notdürftig mit „Readings“, wie seine Trance-Vorträge inzwischen genannt wurden, über Wasser. Das Fotostudio war aufgegeben worden. Obwohl sein Helfer Konkurs anmelden musste, fand sich bald ein anderer Unterstützer, der sich von Edgars Readings fasziniert zeigte: Der New Yorker Börsenmakler Morton Blumenthal bot an, die Finanzierung des Krankenhauses zu übernehmen und befürwortete auch den in den Readings empfohlenen Ort Virginia Beach im Bundesstaat Virginia.

Freud und Leid von Edgar Cayce

1925 zog die Familie Cayce, zusammen mit der Sekretärin Gladys Davis, nach Virginia Beach um. 1928 wurde das Krankenhaus eröffnet und Edgars Traum ging in Erfüllung. Da das Krankenhaus jedoch nicht gewinnbringend arbeitete und Edgar Cayce mit Geld nicht umgehen konnte, musste es 1931 im Zuge der Weltwirtschaftskrise, die auch an seinem großen Förderer Morton Blumenthal nicht spurlos vorüberging, wieder schließen. Diese Ereignisse stürzten Edgar Cayce in eine tiefe Sinnkrise, die er nur dank seiner Familie überwand.

Im Sommer 1931 gründete Edgar Cayce zusammen mit Freunden und Familie die Association for Research and Enlightenment, kurz A.R.E. genannt, die sich der ernsthaften Erforschung und Weitergabe der Lehren aus den Readings widmen sollte. Die A.R.E. finanzierte sich durch Mitgliedsbeiträge, und nur Mitglieder erhielten Readings. Damit sollte einerseits der Lebensunterhalt der Cayce-Familie gesichert werden, andererseits wollte man sich vor gesetzlichen Maßnahmen schützen, wie sie in der Vergangenheit gelegentlich vorgekommen waren. Dank Edgar Cayces Sohn Hugh Lynn Cayce besteht die A.R.E. noch heute und kümmert sich um das Erbe von Edgar.

Edgar Cayce, Seher und Mystiker

Während all dieser Jahre sollten sich weitere „übersinnliche“ Gaben bei Edgar Cayce zeigen. Sein Sohn Hugh Lynn Cayce und einige seiner engsten Mitarbeiter erklärten übereinstimmend, er könne Gedanken lesen. Sicher ist jedoch, dass er die Aura, also das Energiefeld, das jedem Menschen zu Eigen ist, wahrnehmen und deuten konnte, ja, sogar anhand dessen detaillierte Angaben über Verletzungen oder organische Störungen zu geben vermochte. Außerdem brauchte Edgar Cayce ein Buch nur aufschlagen, um den gesamten Inhalt zu kennen. Häufig sah er auch Verstorbene, die glaubten, sie müssten auf dieser Ebene noch etwas erledigen. In dem Maße, in dem er sich spirituell weiterentwickelte, zeigten sich seine seherischen Fähigkeiten auch immer mehr im Wachzustand.

Das Ende

Angesichts des Leides, mit dem Edgar Cayce während des zweiten Weltkrieges tagtäglich durch Briefe und Besucher konfrontiert wurde, ließ er sich nicht davon abbringen, mehr Readings zu geben, als gut für ihn war. Stur beharrte er darauf, so vielen Menschen wie möglich helfen zu wollen. Diese Hingabe forderte ihren Tribut. Im September 1944 erlitt Edgar Cayce einen Schlaganfall, am 3. Januar schließlich starb er an einem Lungenödem. Sein bewegtes Leben hatte ein Ende gefunden.