Tulpe liegt im Schnee

Mein Geständnis

12.10.2021 – Wer und was bin ich wirklich, wo stehe ich, wo möchte ich stehen? Diese Fragen bewegen mich seit einigen Jahren. Genauer gesagt, seit ich meinen christlichen Glauben wieder ganz neu entdecke. War mir vor zehn Jahren noch ganz klar, wo mein Weg hinführen soll und was ich als meine Lebensaufgabe sehe, so hat sich diese Klarheit zunehmend verflüchtigt. Dafür sind andere Aspekte deutlicher als je zuvor zutage getreten.

Auszeit

In diesem Jahr haben sich diese Aspekte so laut bemerkbar gemacht, dass ich eine längere Auszeit gebraucht habe. Weg vom Bloggen, weg von den Newslettern, weg von allen Ambitionen in Sachen Cayce-Werk. Weg von den Verpflichtungen, weg auch von diesem Eindruck, den Alleinunterhalter zu spielen.

Und obwohl mein Beruf mir in dieser Zeit viel Arbeit bescherte, blieb mir doch in der Freizeit die Gelegenheit, mir einige Dinge sehr bewusst zu Gemüte zu führen. Ich genoss die Natur, las in der Bibel, sann über Bibelverse nach, hörte Hörbücher von Bibellehrern, schaute Videos mit inspirierenden Predigten, prüfte meine eigenen Überzeugungen – auch auf politischem Gebiet und über den ideologischen Mainstream, der die westliche Gesellschaft unterwandert wie ein Geschwür. Und ich meditierte darüber, wie es mit einem Engagement in Sachen Cayce-Werk weitergehen sollte. Dabei kam heraus: So wie jetzt nicht!

Am Anfang stand ein Buch

Als ich in den achtziger Jahren mein erstes Cayce-Buch in die Finger bekam, war noch keine Rede davon, mich in dieser Hinsicht zu engagieren. Das kam erst viel später: Nachdem ich meine Neurodermitis überwunden und mich drei Jahre später in meinem Beruf selbständig gemacht hatte. Die Kritik an den festgefahrenen Kirchenstrukturen führte mit der Zeit zum Bruch mit der Amtskirche und ihrem lauwarmen Glaubensweg. Cayces Lehren boten mir eine ganzheitliche christliche Herangehensweise, die auch andere Glaubensrichtungen nicht ausschloss. Ich reiste mehrfach zur Cayce-Gesellschaft in die USA, übersetzte und schrieb Bücher zum Werk und versuchte auch, mich im deutschen Edgar-Cayce-Freundeskreis (Berlin) zu engagieren. Aber irgendwie „funkte“ es nicht so. Obwohl so manche begeistert waren, gelangte das Cayce-Werk nie über eine kleinere Gruppe hinaus. Ich spare mir hier eine Analyse, empfehle aber die erste Lektion der Bücher Suche nach Gott: „Kooperation“.

Durchhalten hieß die Devise

Doch ich gab nicht auf. Im Laufe der Jahre initiierte ich online so einige Projekte, um mehr Menschen auf das Werk aufmerksam zu machen. Ein wenig konnte ich bewirken, anderes verlief im Sand. Die Sponsoren, dank denen ich 2015 das Buch „Wie unser Leben funktioniert“ veröffentlichen durfte, haben dieses Projekt und mich überreich gesegnet. Doch die Mehrzahl der Interessierten ist auf Konsumieren aus. Ab und zu kommen gute Ratschläge: „Du könntest doch“/„Wie wäre es wenn“/„Warum versuchst du nicht“. Wenn ich dann vorschlage, sich selbst auch zu engagieren, kommen entweder Ausflüchte oder es herrscht plötzlich Funkstille.

Mehr Klarheit

In diesen Monaten meiner Auszeit wurde mir deutlicher als je zuvor klar, dass es allein nicht geht. Ich kann und will nicht allein ein Werk propagieren, besonders wenn die meisten Menschen nur auf Konsum aus sind. Darüber hinaus scheint der 1995 gegründete Freundeskreis 2020 sanft entschlafen zu sein.

Mir ist aber auch noch mehr klar geworden: Meine Hingabe hat sich verlagert. Das Cayce-Werk ist mir nicht mehr so wichtig. Das mag jetzt für einige meiner Leser ein Schock sein, aber es ist nun einmal die Wahrheit. Die Entwicklung zeichnete sich 2017 ab. Damals erkannte ich, wie wichtig mir wahre Spiritualität und Heilung sind. Für intellektuelle Spielchen sind Atlantis, Ägypten, Reinkarnation, Prophezeiungen und Co. ganz nett. Doch dieser Zeitvertreib nutzt Dir überhaupt nichts, wenn die Beschäftigung mit diesen Themen nicht damit einhergeht, mehr Erkenntnis über Deine Beziehung zu Gott zu gewinnen. Das betonte Cayce in fast allen Readings. Leider wird genau dieser Aspekt fast immer ausgeklammert und der Blick auf das Oberflächliche gelenkt.

Edgar Cayce selbst schrieb in einem Artikel zu Reading 254-87:

„Ich verstehe den Zweck der Association [A.R.E.] so: Wenn nur einem Mensch während des letzten Jahres geholfen wurde, seine Beziehung zu Gott zu finden, dann ist die Association in der Tat ein bemerkenswerter Erfolg. Ist dies andererseits nicht geschehen, ist sie ein Misserfolg – ganz gleich, wie viele Mitglieder sie haben mag oder wie großartig sie sich nach außen hin darstellt.“

Wenn es aber so ist, dann brauche ich das Cayce-Werk nicht. Dann finde ich in der Bibel direktere Lösungen. Sowohl für wahre Spiritualität als auch für wahre Heilung. Und diese Lösungen kann ich auch anderen vermitteln.

Eine Richtungskorrektur

Am ersten Mai schrieb ich im Newsletter:

„Dachte ich vor vier Jahren, mein Durchbruch ist bald erreicht, weiß ich nun, dass ich erst am Anfang stehe. Es gibt das Sprichwort: ‚Der Mensch denkt und Gott lenkt‘. Will heißen: Dein Ich oder Ego kann Pläne machen und durchführen und damit auch durchaus erfolgreich sein. Aber wenn Du Dich auf den Geist Gottes einlässt, führt er Dich viel bessere Wege, als Du Dir je ausdenken könntest. Edgar Cayce gab mir ein tieferes Verständnis von meinem christlichen Glauben. Jetzt kommt noch mehr dazu, und ich bin gerade auf einer fantastischen Entdeckungsreise, was noch alles möglich ist!“

2017 begab ich mich – mit Gottes Führung – auf diese Reise, die mich in Gefilde bringt, die ich vor vier Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte. Ich entdecke in der Bibel Schätze, die ich noch nie zuvor darin wahrgenommen hatte. Das verdanke ich einer Offenbarung in Jerusalem, auf Berg Zion. Dort begegnete ich meinem Heiland und erlebte tatsächlich den Himmel auf Erden. In der Folge lernte ich von verschiedenen Bibellehrern und Predigern, die mir meinen Glauben neu eröffneten. Mir wurde klar: Es geht gar nicht um MEIN Tun; es geht um das, was JESUS für uns getan HAT! Daraus ergibt sich alles Weitere. So einfach ist das – und für uns Macher doch so schwer anzunehmen …

Ich bin unendlich dankbar, dass meine Beschäftigung mit Edgar Cayce und seinem Werk mir den Weg dafür bereitet hat. Jetzt ist es Zeit, auf dem Weg, den Gott mir weist, weiterzugehen, auch wenn er mich langfristig von Edgar Cayce wegführen sollte. Nur wer Veränderung zulässt, kann sich spirituell weiterentwickeln.

In den nächsten Wochen werde ich dir Näheres dazu mitteilen, wie es weitergehen wird. Bis dahin wünsche ich Dir Kraft, Freude, Ruhe und reichlich viel Segen!

Herzlichst
Deine Stefanie

Stefanie liest vor