2. Kritik an Edgar Cayce und seinem Werk

Die meisten Kritiker von Edgar Cayce haben sich, so scheint es, leider nur flüchtig mit dem Werk beschäftigt. Ihre Kritik basiert fast immer auf den Interpretationen von Dritten. Grundsätzlich sollten wir gewahr sein, dass Kritik auf subjektiven Weltanschauungen basiert.

Kritiker äußern immer wieder, dass viele Aussagen in Cayces Readings aus Anekdoten bestünden und nicht wissenschaftlich belegbar seien. Diese Kritik ist jedoch nur zum Teil berechtigt. Dazu braucht man sich nur ein typisches Gesundheits-Reading durchlesen. In einem solchen erstellte Cayce stets eine detaillierte Diagnose der körperlichen Verfassung der betreffenden Person. Auch nannte er ausführliche Lösungsmöglichkeiten. Weiterhin konnte die Wissenschaft inzwischen zahlreiche Aussagen aus allen Kategorien (siehe Einleitung) bestätigen. So zum Beispiel die Aussage: “Der Tag wird kommen, an dem man einen Tropfen Blut nimmt und mit seiner Hilfe den Zustand eines jeden Körpers diagnostizieren kann.” (Reading Nr. 283-2).

Kritik aus Schulmedizin und wegen Prophezeiungen von Edgar Cayce

Von Seiten der traditionellen Schulmediziner stieß und stößt der ganzheitliche Ansatz in den Readings, der Schul- und Alternativmedizin gleichermaßen einbezieht, oft auf Widerstand. Das liegt daran, dass Edgar Cayce niemals nur eine bestimmte Methode empfahl. Er sah immer nur den Menschen als Individuum.

Anlass zur Kritik an Edgar Cayce geben auch einige Irrtümer, deren Ursachen vielfältiger Natur sind. Interessant dazu ist das Buch The Outer Limits of Edgar Cayce’s Power. Es wurde von seinen Söhnen Hugh Lynn und Edgar Evans verfasst und untersucht einige der fehlerhaften Aussagen in den Readings.

Als Beispiel für eine Fehlangabe wird häufig die Vorhersage genannt, 1933 würde ein gutes Jahr werden. Betrachtet man oberflächlich die äußeren Gegebenheiten, scheint dies nicht so gewesen zu sein. Doch der Zusammenhang fehlt. Die Aussage wurde 1931 in Reading 255-8 für einen Geschäftsmann gemacht. Dieser fragt:

“In welchen Jahren muss ich auf der Hut sein und welches sind die guten Jahre?
Antwort: Da 1931 ein schlechtes Jahr für fast jeden ist, wird 1932 gut für fast jeden, ganz besonders für DIESEN Körper. Das gilt auch für 1933 und 1934. Sei wieder auf der Hut, wenn es auf 1938 und 1939 zugeht.”

Die Aussage war also personenbezogen.

Prophezeiung von Edgar Cayce über China

Auch andere Aussagen darf man nur im Kontext sehen. So z. B., dass China eines Tages “die Wiege der Christenheit sein” werde, “angewandt auf das Leben der Menschen”. Kritiker erklären, das habe sich bis heute nicht bewahrheitet. Stimmt – aber sie haben nicht weitergelesen. Denn im Reading lesen wir gleich im nächsten Satz: “Sicher, in der menschlichen Zeitzählung ist es noch weit entfernt, aber es ist nur ein Tag im Herzen Gottes.” (Reading 3976-29 aus dem Jahr 1944).

Generell gilt, dass ein Prophet nur Tendenzen erkennen kann. Bei Ereignissen, die innerhalb weniger Wochen oder Monate stattfinden sollten, lag Cayce in 97% der Fälle richtig.

Kirche, Wunder und Geschichte - Kritik am Werk

Vertreter der etablierten Kirchen tun sich vor allem mit der in den Readings vertretenen Lehre der Reinkarnation schwer. Von größter Unkenntnis spricht jedoch, dass an mancher Stelle steht, “von kirchlicher Seite” würde “auch bezweifelt, dass Menschen über übernatürliche Fähigkeiten verfügen”. Sowohl das Alte als auch das Neue Testament sind voll von Berichten über Visionen, Wunderheilungen, Prophezeiungen ist. Und gerade die katholische Kirche ehrt immer wieder Menschen, die übersinnliche Visionen und Erscheinungen haben. Dies widerspricht der obigen Aussage ganz eindeutig.

Weiterhin spricht die offiziell gelehrte Version der Geschichte gegen die Aussagen in den Readings. Doch die Wissenschaft muss angesichts immer neuer Erkenntnisse ihre Ansichten und Lehrmeinungen kontinuierlich korrigieren.

Kritik an "autoritärer Führung" und Alleinstellungsmerkmal von Edgar

Viele der Informationen in den Readings sind auch heute noch brandaktuell und es ist lohnenswert, sich damit zu beschäftigen. Gerne wird behauptet, die von Cayce gegründete A.R.E. (siehe Einleitung und unter Punkt 5. Posthum) werde “sehr autoritär” geführt. Das ist unwahr. Die A.R.E. ist eine gemeinnützige Organisation, die sich vorwiegend von Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Sie hat, wie es in den USA vorgeschrieben ist, einen Vorsitzenden, einen Vorstand, einen Geschäftsführer, diverse Ausschüsse und Mitarbeiter, sowohl angestellt als auch ehrenamtlich. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, die Mitarbeiter haben viel Handlungsspielraum, sie können sich einbringen und aktiv mitwirken.

Oft wird auch angeführt, Cayce habe in der New Age-Bewegung “fast den Status eines Propheten”. Doch Cayce und sein Werk weisen das so genannte Alleinstellungsmerkmal auf und lassen sich, wie hier mehrfach wiederholt, nicht in eine bestimmte Bewegung zwängen.