Edgar Cayce begab sich von 1901 bis 1944 vermutlich insgesamt bis zu 30.000-mal in Trance. Seine Vorträge in diesem Zustand wurden bald allgemein “Readings” (Vorlesung, Lesung) genannt. Diese Readings wurden bis 1923 nur unregelmäßig aufgezeichnet. Viele dieser Aufzeichnungen gingen verloren. Ab 1923 wurden die Readings von einer festangestellten Sekretärin stenografiert und archiviert. Fast immer wurden sie von Cayces Frau Gertrude Evans Cayce geleitet. Im Archiv der Edgar Cayce Foundation in Virginia Beach befinden sich zurzeit ca. 14.300 Readings mit den unterschiedlichsten Themen und Aussagen von Edgar Cayce. Cayce konnte sich an die Aussagen, die er in Trance machte, nicht erinnern. In einem Reading erklärte er, dass „in diesem Zustand das Bewusstsein dem Unterbewusstsein untergeordnet“ sei.“ (Reading 254-2)

Kleiner Hinweis: Die hier besprochenen Themen und Aussagen von Edgar Cayce  stellen nur einen Bruchteil der ca. 10.000 Themen des Gesamtwerks dar.

Rund um die Gesundheit in Themen und Aussagen

Zwei Drittel aller erhaltenen Trance-Readings handeln von gesundheitlichen Themen. Die Bandbreite ist erstaunlich: Von der einfachen Erkältung über Körperfehlstellungen, Kopfschmerzen, Arthritis, multiple Sklerose und Krebs ist alles dabei. Ebenso erstaunlich ist die Vielfalt der Behandlungsmethoden. Kräuterkuren, osteopathische Manipulationen, Ernährungsumstellung und schulmedizinische Anwendungen sind bunt vermischt. Sie sind exakt auf die Bedürfnisse des Individuums abgestimmt. Viele Methoden lassen sich jedoch auch universell auf alle Menschen anwenden. In den Gesundheits-Radings nehmen Ernährung und Osteopathie eine vorrangige Stellung ein. Aber auch zahlreiche alternative Heilmethoden waren extrem wichtig.

Ursprung und Bestimmung des Menschen in Themen und Aussagen

„Alle Seelen wurden im Anfang geschaffen und finden ihren Weg dahin zurück, woher sie kamen.“ (Reading 3744-5) Zu den Themen und Aussagen von Edgar Cayce gehört auch die Herkunft des Menschen. Den Readings zufolge wurden die Seelen für die Gemeinschaft mit Gott geschaffen (z.B. Reading 1567-2), bestehend aus zwei Bewusstseinzuständen. Ddem des Geistes mit dem Wissen um seine Einheit mit dem Schöpfer, und dem des Individuums, mit dem Wissen all dessen, was es erlebt. Die Erde und ihre Manifestationen waren nur der Ausdruck von Gott. Sie waren nicht unbedingt als Ort des Verweilens für die Seelen der Menschen gedacht, bis der Mensch in der Materie erschaffen wurde. Dies geschah, um den Bedürfnissen der bestehenden Zustände zu entsprechen. Nicht alle erschaffenen Seelen wurden von der Erde angezogen. Viele gehen in anderen Systemen durch ähnliche Verwicklungen. (Reading-Serie 5749)

Reinkarnation in Themen und Aussagen

In den Readings wird die Lehre von Reinkarnation und Karma bestätigt. Reinkarnation wird als Serie menschlicher Leben, nicht verschiedener Spezies, dargestellt. (Das Mineralienreich, das Pflanzenreich und das Tierreich. Sie alle entwickeln sich nach ihrer eigenen Quelle. Und doch vereinen sie sich in der Kraft, eins zu sein mit der schöpferischen Energie = Gott. [Reading 900-340]). Den Readings zufolge dient die Reinkarnation unserem spirituellen Wachstum, um aus der Verstrickung mit der Materie herauszufinden. Wir sollen erkennen, dass wir eins mit unserem Ursprung sind. Im Buch Erregende Zeugnisse von Karma und Wiedergeburt erklärt Gina Cerminara  das Folgende. Demnach entspringt die Ungleichheit der menschlichen Charaktere, Schicksale und Möglichkeiten nicht einer Laune des Schöpfers oder dem blinden Mechanismus der Erbfunktionen. Sie ist eine Folge der Verdienste und Fehler eines früheren eigenen Lebens.

Gerne wird der Ansatz in den Cayce-Readings mit gängigen Glaubenssystemen verglichen, so z. B. mit der Theosophie. Dies ist jedoch irreführend, da in Cayces Werk zahlreiche Thesen vereint sind.

Astrologie in Themen und Aussagen

Cayces Ansatz der Astrologie basiert auf dem Konzept der Reinkarnation. Den Readings zufolge beeinflusst nicht die Position der Planeten die Seele bei ihrem Eintritt in diese Welt, sondern dass die Seele den Zeitpunkt auswählt, zu dem sie geboren werden möchte, und auch, dass wir Talente, Fähigkeiten und Einflüsse aus früheren Leben mit uns bringen. Weiterhin wird erklärt, dass sich die Seele zwischen ihren Inkarnationen außerhalb der physischen Welt aufhält. Dabei erlebt sie Bewusstseinsebenen, die den Schwingungen der verschiedenen Planeten entsprechen. Aufgrund dieser Schwingungen haben die Planeten einen inneren Einfluss auf uns, wenn wir auf die irdische Ebene inkarnieren. Diese Einflüsse empfinden wir als Neigungen und Antriebe (siehe Reading 781-5).

In Reading 815-6 heißt es: „Nicht, dass man aus der Astrologie nicht eindeutige Hilfen erhalten könnte, doch wer häufiger nach diesen lebt, wird gesteuert statt sein eigenes Leben und Schicksal zu steuern. Astrologie ist in den meisten Fällen eine Tatsache. Doch astrologische Aspekte sind nur Zeichen, Symbole. Kein Einfluss ist von höherem Wert oder größerer Hilfe als der Wille des Individuums.“

Jesus und Christus in Themen und Aussagen

Auch bei diesem Thema wird gerne in Schubladen gedacht, doch der Ansatz in den Readings ist tatsächlich einzigartig.

In Reading 5749-14 wird Jesus als die Seele beschrieben, die als erste durch den Zyklus der irdischen Leben gegangen ist, um wieder eins mit dem Schöpfer zu werden. Er kam freiwillig auf die Erde zurück, um den Menschen zu helfen. Reading 2533-7 betont, dass der Mensch Jesus aus seiner Schwäche heraus Stärke errang und zum Christus wurde. Das Muster liegt in Jesus, die Kraft im Christus. In Reading 1527-1 heißt es: „Jesus, der Mensch, war der Sohn, der Erlöser. Er ist die Offenbarung des Gottesbewusstseins in der materiellen Welt.“

Diese Kraft, das so genannte Christus-Bewusstsein, liegt in jedem Menschen. Es ist „das Bewusstsein des Einsseins der Seele mit Gott in jeder Seele, in Mustern im Verstand eingeprägt und darauf wartend, vom Willen erweckt zu werden.“ (Reading 5749-14)

Unbekanntes Leben Jesu in Themen und Aussagen

Im gleichen Reading (5749-14) nennt Cayce auch frühere Erscheinungen der Jesus-Seele. Die früheste soll „Amilius“ gewesen sein, der „erste Adam“ (Reading 364-7) in der Zeit von Atlantis (Reading 364-8). Weiter nennen die Readings Adam, Henoch, Hermes, Melchisedek, Josef (Sohn von Jakob), Josua, Asaph, Jeschua, Zend (Vater von Zoroaster) und schließlich Jesus (Reading 5947-14). Ursprünglich gehörte Jesus wohl zu den Essenern und reiste während seiner Ausbildung in viele verschiedene Länder, um dort in die Mysterien eingewiesen zu werden (Reading 5749-7).

Buchempfehlung: Das Leben von Jesus dem Christus

Körper, Geist und Seele in Themen und Aussagen

Edgar betonte in seinen Readings immer wieder die Einheit von Körper, Geist und Seele (body, spirit, soul). Diese, so die Readings, ist Ausdruck des dreidimensionalen Denkens. Sie ist das Gleiche wie im mentalen Bereich Zeit, Raum und Geduld (Reading 1554-3), die in Wirklichkeit ebenfalls eine Einheit bilden. Daneben sprach Edgar häufig von einem weiteren Konzept: „Geist ist das Leben; der Verstand ist der Erbauer; das Physische ist das Ergebnis.” (Reading 349-4). Das englische Original lautet: „The spirit is life, the mind is the builder, the physical is the result.“ „Spirit“ (Geist) wird von Laien oft mit „Seele“ (soul) übersetzt, was zu gravierenden Missverständnissen des Konzepts führen kann.

Meditation in Themen und Aussagen

In den Readings gibt es zwar Vorschläge für Meditationstechniken, sie werden jedoch nicht gelehrt. In den Readings der Serie 262, aus denen die beiden Bücher Suche nach Gott (A Search for God) entstanden sind, heißt es: “Wir alle sind fähig, die Methode auszuwählen, die für uns als Einzelperson am angenehmsten, nützlichsten und passendsten ist.” Dort wird auch zwischen Meditation und Gebet unterschieden. Im Kapitel über Meditation lesen wir: “Im Gebet sprechen wir zu Gott, in der Meditation spricht Gott zu uns.”

Der Ansatz in den Readings ist auch hier einzigartig, doch immer wieder wird ihm der Stempel des Hinduismus, Buddhismus oder verschiedener christlicher Bewegungen aufgedrückt.

Außersinnliche Wahrnehmung in Themen und Aussagen

Als Außersinnliche Wahrnehmung bzw. ASW wird das Gewahrwerden von objektiven oder subjektiven Gegebenheiten, von denen der Wahrnehmende mit Hilfe seiner Sinnesorgane oder seines Denkvermögens keine Kenntnis haben kann, bezeichnet. Dazu gehören Telepathie, Hellsehen und Präkognition.

In den Readings 5752-1 und 5752-2 erklärt Cayce, dass jeder Mensch die Fähigkeit zu außersinnlichen Wahrnehmungen hat, dass sie jedoch ausgebildet werden muss, und dass man dazu so leben muss, dass Körper, Verstand und Selbst einen Kanal bilden, durch den die schöpferischen Kräfte fließen können. In Reading 1135-6 heißt es, dass das Übersinnliche der Seele zuzuordnen sei. Und da die Seele ein individueller Teil des Ganzen sei, so stelle die Erfahrung jeder Seele auf diesem Gebiet eine Studie in sich dar.

Auch Träume und Intuition kann man den ASW zuordnen. Den Readings zufolge gibt es verschiedene Arten von Träumen und man sollte ihnen Beachtung schenken, denn sie sind unter anderem ein Kanal, durch den die schöpferischen Kräfte zu uns sprechen. (Reading 1904-2) Dies gilt auch für die Intuition, die man, so heißt es in Reading 255-12, nicht schulen kann, sondern beherrschen und nutzen können muss.

Vor Spiritismus im Sinne der Kontaktaufnahme mit der “Geisterwelt” wurde in den Readings jedoch gewarnt, denn nicht alles, was aus dem “Jenseits” kommt, stammt von gutmeinenden Wesen. Deshalb betonte Edgar immer, dass man sich auf die “höchste Quelle” einstimmen solle. Dass er “lieber Personen förderte, die den Fokus ihrer Suche auf Jesus richteten”, wie es an mancher Stelle heißt, ist jedoch unwahr (bzgl. Jesus und Christusbewusstsein siehe oben). Cayce empfahl jedem, in sich zu gehen und Gott dort zu finden. Er sprach in den Readings von Gott als einem alles erfüllenden Geist der Liebe und wies darauf hin, dass die Beziehung zu diesem Geist so persönlich sein kann, wie wir es wünschen (vgl. Bruce McArthur – Wie unser Leben funktioniert).

Atlantis in Themen und Aussagen

Auch hier werden Edgars Aussagen gerne mit Theorien verglichen. Doch seine Darstellung von Atlantis zeigt Aspekte, die in keiner Niederschrift zu finden sind.

Edgar Cayce erwähnte Atlantis als selbstverständliche Tatsache in fast 700 Sitzungen. In Reading 364-3 gab Edgar auch den genauen Standort an: “zwischen dem Golf von Mexiko einerseits und dem Mittelmeer andererseits.”

Den Readings zufolge beginnt die mit dem Menschen verbundene Geschichte der Erde und von Atlantis mit dem Eintritt menschlicher Wesen in die physische Ebene vor ca. 10 Millionen Jahren (z.B. Reading 5748-2). Im Laufe der Jahrtausende entstand eine technisch extrem hochstehende Kultur (z.B. Readings 1023-2, 1735-2, 2560-1, uvm.).

Schon früh sollen sich zwei einander bekämpfende Parteien herausgebildet haben: Die Kinder vom Gesetz des Einen und die Söhne des Belial. Durch Missbrauch der technischen Möglichkeiten hätten die Atlanter ihren Untergang selbst herbeigeführt. In den Readings ist von drei Zerstörungen die Rede (ca. 50.000 B.C., ca 28.000 B.C. und ca. 10.000 B.C.). Überlebende Atlanter seien in andere Teile der Welt geflohen und hätten den dort lebenden Völkern mit ihrem Wissen geholfen. In Reading 364-3 heißt es, dass viele Menschen, die in den letzten 100 Jahren auf die Welt kamen, frühere Atlanter seien.

Cayce spricht in seinen Readings auch von einem Stein, den er “Tuaoi” nennt und als zentrale Kraftstation für die Bewegung von Transportfahrzeugen bezeichnet. Dieser Stein war in einem speziellen Gebäude aufgestellt. In Reading 2072-10 beschreibt er ihn so: “Er war ein Gebilde mit sechs Seiten, in dem das Licht als Mittel der Kommunikation zwischen dem Unendlichen und dem Endlichen erschien … er war als Kristall aufgestellt …” In Reading 2072-7 heißt es: “Er war ein Stein mit sechs Facetten … opalisierend …”. Dass dieser Stein blau gewesen und auf einer Insel in der Karibik zu finden sei, ist reine Spekulation und findet in den Readings keine Entsprechung. Der 1974 in der Dominikanischen Republik gefundene meerblaue Pektolith kann in keinster Weise mit den Readings in Verbindung gebracht werden.