Wer heilt deine Krankheiten?

Langsam, aber sicher scheine ich aus meinem Winterschlaf zu erwachen. Ich recke und strecke mich wie ein hungriger kleiner Bär und denke mir so: Hmmmm – worüber könnte ich denn mal wieder schreiben? Gerade, wenn es um so spannende Themen wie Heilung und „Wer heilt deine Krankheiten“ geht, spielt da doch viel intensives Gedankengut eine Rolle. Und wieder einmal die Erkenntnis, wie unterschiedlich Edgar Cayces Aussagen doch aufgefasst werden können!

Vor einigen Tagen hatte ich auf Facebook eine wunderbare Aussage aus einem Reading veröffentlicht:

„Wisse, dass in dir selbst alle Heilung ist, die für den Körper erreicht werden kann. Denn alle Heilung muss von Gott kommen. Wer heilt deine Krankheiten? Die Quelle der universellen Versorgung. Zu deinem Verhalten also: Wie gesund möchtest du sein? Wie gut willst du mitarbeiten, dich auf die göttlichen Einflüsse einstimmen, die in dir und durch dich arbeiten können, indem du die Zentren stimulierst, die in deiner Natur latent vorhanden sind?“ Edgar Cayce, Reading 4021-1

Dieser Text wurde mit dem folgenden Kommentar geteilt:

„…Bist Du GOTTES SOHN …helf dir selber, Oder?“

Und ich fragte mich: „Was hat dieser Text mit Jesu Tod am Kreuz zu tun?“ Ähnliches schrieb ich im Kommentar und bekam als Antwort: „… das sind Floskeln des täglichen Lebens was uns gelehrt wurde von den Eltern & hat mit dem Kreuz überhaupt nichts zutun. Helfe dir selber wie das Leben dir begegnet …so ist es gemeint.“

Leider gibt es viele solcher aus dem Zusammenhang gerissene Floskeln, und leider hat diese Floskel eben doch mit dem Kreuz zu tun. Denn hier wird eine Bibelstelle teilzitiert, und zwar Matthäus, Kapitel 27, Verse 39-40:

„Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? Wenn du Gottes Sohn bist, rette dich selbst und steig herab vom Kreuz!“

Diese Bibelstelle ist allein schon einen ganzen Blog-Artikel wert …

Davon abgesehen aber geht es bei dem Reading-Zitat auch nicht darum, sich selber zu helfen, wie das Leben einem begegnet. Ganz im Gegenteil! Und dieses Gegenteil möchte ich Dir gerne erläutern. Hast Du Lust? Dann lies weiter!

Der Tempel

Edgar Cayce wies in seinen Readings immer wieder auf die große Macht hin, die ein gefestigter Glaube an den einen Gott im Leben haben kann. Er sprach über Gottes unendliche Liebe zu uns und über die Bedeutung, die Jesus, der Christus, in unserem Leben haben kann, wenn wir ihn und sein vollbrachtes Werk annehmen. Und er erklärte, ganz im Einklang mit dem Neuen Testament der Bibel (1Kor3,16-17; 2Kor6,16):

„Dein Körper ist tatsächlich der Tempel des lebendigen Gottes.“ Aus Reading 3630-2

Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, dass Gott in ihnen wohnt, oder es ist ihnen egal. Dazu gehören auch viele gläubige Menschen. Doch ohne dieses Bewusstsein ist Edgars Aussage zur Heilung nicht zu verstehen.

Hier noch einmal das Zitat:

„Wisse, dass in dir selbst alle Heilung ist, die für den Körper erreicht werden kann. Denn alle Heilung muss von Gott kommen. Wer heilt deine Krankheiten? Die Quelle der universellen Versorgung. Zu deinem Verhalten also: Wie gesund möchtest du sein? Wie gut willst du mitarbeiten, dich auf die göttlichen Einflüsse einstimmen, die in dir und durch dich arbeiten können, indem du die Zentren stimulierst, die in deiner Natur latent vorhanden sind?“ (4021-1)

„Wisse, dass in dir selbst alle Heilung ist, die für den Körper erreicht werden kann.“ Aufgrund der Tatsache, dass Gott in uns wohnt und dass wir hier, auf der materiellen Ebene, eine Einheit aus Körper, Seele und Geist sind, tragen wir alle – ausnahmslos – die Macht zur Heilung in uns. Nur: Wir nutzen diese Macht nicht! Wenn etwas mit unserem Körper nicht stimmt, verlassen viele von uns sich lieber auf Ärzte, Heilpraktiker, Medikamente, Operationen. Nein, das ist nicht falsch. Die Medizinsparte hat ihre volle Berechtigung und wir dürfen dankbar sein, dass es sie gibt. Aber sie kann bestenfalls unterstützend wirken. Doch die wahre Heilung schlummert in uns und wartet nur darauf, erweckt zu werden.

„Denn alle Heilung muss von Gott kommen.“ Wahre Heilung kommt nicht durch äußere Einflüsse. Viele Studien haben gezeigt, dass unser Denken, Fühlen und Handeln (in dieser Reihenfolge) dabei eine entscheidende Rolle spielen, ob wir gesund sind, bleiben, werden – oder eben nicht. Gott in unserem inneren Tempel kann sich offenbaren, wenn wir ihn lassen. Wie? Siehe weiter unten …

„Wer heilt deine Krankheiten? Die Quelle der universellen Versorgung.“ Diese Quelle ist immer Gott. Er heilt nicht nur unsere Krankheiten, wenn wir es zulassen, sondern kann uns in jeder Hinsicht („universell“) versorgen – materiell, geistig, seelisch – wenn wir es zulassen.

„Zu deinem Verhalten also:“ Aha, es kommt tatsächlich auf uns an! Ja, wir sind Mitarbeiter Gottes, auch, wenn es um unsere eigene Gesundheit geht. Was können wir tun? Da Gott in uns wohnt, spricht er auch zu uns. Wir können ihm zuhören und uns auf ihn einlassen. Er kann uns eingeben, welche Maßnahmen wir ergreifen können, um gesund zu werden oder zu bleiben. Wir können darauf vertrauen, dass er jeden einzelnen Menschen unendlich liebt und nur unser Bestes will. Wir können diese Liebe bewusst annehmen und uns daran festhalten. Dann können sich auch unsere Selbstheilungskräfte aktivieren. Dann können unterstützende Maßnahmen von Außen wirken.

„Wie gesund möchtest du sein?“ Das ist eine sehr wichtige Frage. Denn bei Krankheit und Gesundheit spielt unser Ego eine sehr große Rolle. Für viele Menschen ist Krankheit eine Flucht. Sie möchten gar nicht gesund werden, auch wenn es jetzt hart ist, das zu sagen, und auch wenn sie es weder sich noch anderen eingestehen wollen. Dafür gibt es viele Gründe und jeder einzelne ist traurig und sollte ernstgenommen werden. Es hängt von uns ab, wie gesund wir sein möchten, das heißt, wie sehr wir uns als Tempel Gottes sehen. Möchten wir, dass Gott einen schönen, sauberen Tempel hat, in dem er wohnen und durch den er wirken kann, oder ist es uns egal, ob noch Staub in den Ecken liegt oder Unordnung herrscht? Gott hilft uns sogar beim Saubermachen und Ordnung schaffen – wenn wir ihn darum bitten!

„Wie gut willst du mitarbeiten, dich auf die göttlichen Einflüsse einstimmen, die in dir und durch dich arbeiten können, indem du die Zentren stimulierst, die in deiner Natur latent vorhanden sind?“ Einstimmen – das ist ein Schlüsselwort! Gott, dessen Tempel wir sind, hat uns körperliche und geistige Zentren geschenkt, die wir stimulieren können! Das sind zum Beispiel die Energiezentren, die Drüsen, die Organe. Das ist der Blutkreislauf. Sie alle können wir stimulieren, durch Gebet, Meditation, die richtige Ernährung, liebevollen Umgang mit unserem Körper und unserem Geist. So können wir uns auf Gott einstimmen, der nichts mehr wünscht, als in dir und durch dich arbeiten zu können, damit du gesünder, glücklicher, freier wirst und so ein lebendiges Zeugnis für Gottes Liebe sein kannst, das deine Mitmenschen sehen und spüren.

Warum so viel Trara? Wieso macht Gott es nicht einfach und gut is, fragst Du? Ganz einfach. Gott drängt sich nicht auf. Wir haben den freien Willen, den Gott uns geschenkt hat, und auch wenn wir ihn missbrauchen, nimmt Gott ihn uns nicht mehr weg. Er will keine Marionetten. Er will Gefährten. Mitschöpfer. Rundum gesunde Mitschöpfer. Deshalb liegt es an uns, ihn und das, was er für uns tun möchte, anzunehmen – und eben NICHT, uns selber zu helfen, wenn wir vor einer Herausforderung stehen. Wozu soll ich mich auf mich selber verlassen? Wenn ich doch einen Verbündeten habe, der so viel mehr Macht in mir freisetzen kann, als ich es je vermag?

Siehst Du, so geht Ganzheitlichkeit! Körper, Seele und Geist bilden eine harmonische Einheit, durch die göttliche Kräfte fließen können. Und so ergibt auch diese Aussage in Reading 4016-1 Sinn:

„Letztendlich bringt eine Heilung des Physischen ohne eine Änderung der mentalen und spirituellen Aspekte dem Menschen nur wenig wahre Hilfe.“

Doch das wäre schon wieder ein anderer Blog-Artikel … Einen interessanten Vortrag von Edgar Cayce über „Heilung und Spiritualität“ findest Du hier.

Vollkommene Gesundheit und Heilung wünscht Dir von Herzen
Deine Stefanie

Stefanie liest aus ihrem Buch "Ein Sohn ist uns geschenkt vor"

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